Kooperatives Lernen

Kooperatives Lernen wird bereits von vielen Lehrkräften als Unterrichtsmethode eingesetzt. Die Methode gilt als flexibel, praxisnah und entlastet Lehrkräfte im Unterricht. Meist steht das fachliche Lernen dabei im Mittelpunkt. Zahlreiche Studien konnten mittlerweile die positiven Effekte von Kooperativem Lernen auf die Lernentwicklung – insbesondere in heterogenen Lerngruppen – nachweisen. Weniger bekannt ist die Wirkung von Kooperativem Lernen auf die soziale Entwicklung von Schüler*innen.

Kooperatives Lernen und Leseförderung

Kooperatives Lernen bietet eine einfache Möglichkeit, Leseförderung direkt in den Unterricht zu integrieren. Beim reziproken Lehren arbeiten Schüler*innen in kleinen Gruppen zusammen und unterstützen sich gegenseitig dabei, Texte mit Hilfe von drei Lesestrategien zu verstehen. Dadurch wird das Lesen aktiver, verständlicher und motivierender gestaltet. Studien zeigen, dass so sowohl das Textverständnis als auch die Lesemotivation verbessert werden und sich mehr Schüler*innen beteiligen. Gleichzeitig entlastet die Methode Lehrkräfte, da Lernprozesse stärker von den Schüler*innen selbst getragen werden.

Kooperatives Lernen, soziale Integration und Klassenklima

Ein bislang weniger bekanntes Potenzial Kooperativen Lernens liegt im Bereich der sozial-emotionalen Förderung. Studien zeigen, dass Kooperatives Lernen unter bestimmten Bedingungen in der Lage ist, das soziale Miteinander der Schüler*innen günstig zu beeinflussen. Insbesondere sozial ausgegrenzte Kinder und Jugendliche waren nach einer 6-8-wöchigen Phase mit kooperativen Lerneinheiten besser sozial integriert. Andere Studien zeigten eine Reduktion von Mobbing, eine Verbesserung des Klassenklimas und einen Abbau von Vorurteilen gegenüber Anderen. Im SHARE-Projekt setzen wir eine solche spezifische Variante des Kooperativen Lernens ein.

Kooperatives Lernen und Sozialverhalten

Neben solchen sozial integrativen Effekten hat Kooperatives Lernen auch einen günstigen Effekt auf das Sozialverhalten. Richtig eingesetzt, fördert die Methode prosoziales Verhalten, stärkt Werte wie Fairness, Rücksicht und Kooperation und erschwert rücksichtsloses, aggressives und egoistisches Verhalten. Auch diese Effekte lassen sich auch in empirischen Studien nachweisen.

Ein Ansatz – viel Effekte

Der Vorteil des SHARE-Konzepts besteht in der Bündelung mehrerer Effekte in einer einzigen Methode. Die Förderung von Lesekompetenzen und sozialer Integration, die Reduktion von Mobbing und die Verbesserung des Klassenklimas sind meist an unterschiedliche aufwändige Programme gebunden, deren Einsatz personale, zeitliche und damit auch finanzielle Ressourcen bindet. Im SHARE-Konzept zielen wir auf einen Vierfacheffekt ab.